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Kusadasi Cesme Ayvalik - griechische Inseln Lesvos Chios Samos

Revierinformation „rund um Cesme„
Golf von Edremit und  Inselarchipel von Ayvalik im Norden und Kusadasi im Süden.

Im Zentrum liegen die Halbinseln von Cesme und Karaburun und die Golfe von Ildir und Sigacik
Nach Westen zu wird das Revier von den griechischen Inseln Lesbos, Psara, Chios, Samos und einigen weiteren eingerahmt. Wenn man genügend Zeit hat, kann man diese Grenzen selbstverständlich überschreiten und im Norden bis nach Istanbul, im Süden nach Marmaris und nach Westen in die griechischen Inseln erweitern.

Cesme Ansicht des Stegs in der Marina unterhalb der Festung

Die Yachten unseres Charterpartners  Franken & Meer vor der malerischen Kulisse der Altstadt von Cesme mit der genuesische Burganlage.

Cesme ist die quirlige Touristikmetropole an der Spitze der gleichnamigen Halbinsel. Der Name bedeutet "Brunnen","Quelle", wegen der vielen heißen Heilquellen, die den Ort schon in der Antike zu einem Kurzentrum werden ließen. Wegen der angenehmen Temperaturen im Hochsommer wurde der Ort schon zu Zeiten der Griechen und Römer als erholsame Sommerfrische gern besucht.
Cesme besitzt zwei Häfen:
 - den Haupthafen direkt bei der Altstadt (Bild), in dem die Yachten von Franken & Meer einen eigenen, abgetrenntenBereich mit Moorings, Wasser, Strom und eignen Toilettenanlagen hat
 - den idyllischen, absolut sicheren Hafen von Dalyanköy, dessen Marina nahezu fertiggestellt und bereits benutzbar ist.Dalyanköy ist weithin bekannt wegen seiner hervorragenden Fischllokale direkt an der Hafenfront.

Die folgenden Angaben wollen und können die einschlägigen Revierführer nicht ersetzen. Verwenden Sie also bitte unbedingt die Handbücher, die Sie reichlich auf Ihrem Schiff vorfinden. Wir verdanken besonders den Büchern von Andrea Horn und Wyn Hoop die besten Tips. Auch wenn sich manches in der Zwischenzeit weiterentwickelt hat, Ayvalik mittlerweile tatsächlich eine ausgebaute Marina besitzt, haben wir zum Beispiel jene Bucht am Eingang des Kolpos Geras auf Lesbos als so bezaubernd empfunden, wie bei Andrea und Wyn beschrieben: zwei Sandstrände, geteilt durch eine felsige Huk mit der Kapelle Agias Ermogenis, eine Taverne unter schattigen Eukalyptusbäumen. „Was Schönheit anlangt, ist dieser Platz wohl die Nummer Eins auf Lesbos.„ (Horn/Hoop I, S. 205).

Wind und Wetter
Das Revier ist durch die nördlichen Windlagen geprägt. 
Seit alters her sind im Sommer die Etesienwinde bekannt, der Meltemi
Dieser Wind beginnt in der Regel am späten Vormittag zu blasen und erreicht Stärken zwischen drei und sechs Beaufort. An Kaps und Durchfahrten und an manchen Tagen kann er sich verstärken. Das gilt auch für die Straße von Chios, in der der Meltemi oft mit fünf Beaufort bläst, während es anderswo nur drei hat. Lassen Sie sich nicht vom Auslaufen abhalten, nur weil aus den Meerengen zwischen Chios und Oinousa und Oinousa und Karaburun zu uns herüberbläst!
Gegen den späten Abend verabschiedet sich dieser Wind meist mit einigen heftigen Fallböen in den Buchten.

Die Regelmäßigkeit des Meltemi bringt eine Reihe von Vorteilen: man hat auch in den Hochsommermonaten Juli und August angenehme Temperaturen und fast immer einen Segelwind, den unsere Schiffe gut vertragen können. Da es selten Südwindlagen gibt, kann man in der Regel Buchten benutzen, die nach Süden offen sind. Man sollte wegen der Fallböen immer genügend Ankerkette stecken und überhaupt auf sicheren Sitz des Ankers achten.
Im September und Oktober ist das Wetter eher ruhig, und man kann wunderschöne Spätsommer genießen. Auch Mai und Juni weisen bereits frühsommerliche Temperaturen auf, während man den April, der bereits herrliches Segelwetter bietet, als frühlingshaft bezeichnen kann.
Natürlich sollte man seine Törnplanung entsprechend den Reviergegebenheiten einrichten, indem man Routen wählt, bei denen man nicht direkt gegen den Meltemi angehen muß – oder in den meist windarmen Morgenstunden losfährt, um unter Maschine Nord zu machen. Unsere Schiffe verfügen aber auch über hervorragende Kreuzeigenschaften unter Segeln.
Zeiten und Frequenzen der Wetterberichte finden sich in den Bordunterlagen

Navigation
In unserem Revier gibt es – wie anderswo auch – etliche Klippen und Untiefen, die aber in den Seekarten verzeichnet sind und in den Handbüchern gebührend erwähnt werden. Bitte navigieren Sie sorgfältig und beachten Sie die entsprechenden Hinweise. Ziehen Sie auch die Detailkarten heran. Eine Kombination der verschiedenen Navigationshilfen – Navcenter, Seekarte, Handbücher usw. – macht es leicht, Navigationsfehler zu vermeiden. Verlassen Sie sich aber niemals alleine auf die Elektronik!

In den türkischen Häfen gibt es gute Versorgungsmöglichkeiten, fast überall gibt es Wasser, in Fischerhäfen Dieles vom Tankwagen. Die Marinas sind in excellentem Zustand und bieten alle Annehmlichkeiten.

In allen größeren griechischen Häfen kann man Wasser und Treibstoff per Tankwagen beziehen. Wasser kann auf den griechischen Inseln, die teilweise mit Wassertankern versorgt werden müssen, ein Problem sein. Füllen Sie Ihre Tanks also vorher auf. Nehmen Sie zum Duschen eventuell zusätzlich in Ihren leeren Plastik-Dreiliterflaschen Wasser mit. Die übrigen Versorgungsmöglichkeiten sind denen in der Türkei vergleichbar.
In unserer Region steht auch auf den griechischen Inseln das Essen dem in der Türkei kaum nach.

Touristische Betreuung
Es gibr viele Ausflugsmöglichkeiten - entweder auf eigene Faust mit Moped, Mietwagen oder Taxi (inkl. ortskundigem Führer), oder organisierte Touren, die vielfältig angeboten werden! Auch wenn Sie auf dem jeweiligen Gemeindeamt (Beledyie) nachfragen, wird man Sie über Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, die oftmals nicht im Reiseführer stehen, informieren und Ihnen entsprechende Wegbeschreibungen geben oder Anfahrtmöglichkeiten vermitteln. Überhaupt sind alle Einheimischen gastfreundlich und freuen sich, wenn sie Ausländern Auskünfte geben oder sonstwie gefällig sein können.
Sehr viele sprechen wenigstens einige Brocken Deutsch, die meisten Englisch; man kommt auf jeden Fall zurecht.

Medizinische Versorgung
In Cesme gibt es einen ausgezeichneten Humanmediziner und einen sehr guten Zahnarzt, dessen Arbeit auch von deutschen Kollegen als hervorragend bezeichnet wurde. Es steht auch ein Krankenhaus zur Verfügung. In Izmir arbeiten die besten Spezialkliniken der Türkei, ausgestattet mit den modernsten medizinischen Geräten bis hin zum Computerkernspintomographen.
Telefonnummern finden Sie ebenfalls im berühmten grünen Ordner. Wenn es irgendwelche Probleme gibt, rufen Sie bitte den Stützpunktleiter an.

Einklarieren in Griechenland:
Sie haben die heftigen Diskussionen der letzten beiden Jahre um den Wechsel zwischen den beiden Ländern vielleicht verfolgt. 
Man kann jetzt gegen eine akzeptable Gebühr in allen Ports of Entry nach Griechenland einreisen.
Und das geht so: im ausgewählten Port of Entry (z.B. Mytilene, Chios, Samos, Patmos, Kalymnos, Kos, Symi (um die wichtigsten Einklarierungshäfen in unserem Revier zwischen Cesme und Bodrum zu nennen) gehen Sie mit einer Crewliste und den Pässen Ihrer Crew zum Passamt. Dort werden die Personalien überprüft und dann eine Crewliste ausgestellt, mit der Sie die ordnungsgemäße Einreise in die EU später auch in anderen Häfen nachweisen können. Das kostet nichts. Mit diesem Dokument gehen Sie zur Hafenpolizei. Dort müssen Sie ca. 6 Euro pro Meter Schiffslänge bezahlen – wir meinen, dass dieser Betrag (auch im Vergleich mit anderen Ländern) akzeptiert werden kann. Sie erhalten darüber eine Bestätigung. Danach kann man während eines Törns problemlos jeden griechischen Hafen anlaufen, ohne dass weitere Kosten (außer eventuell geringfügige Hafengebühren) fällig werden. Insbesondere ist die Strafsteuer für erneutes Einlaufen endgültig vom Tisch.
Für das gesamte Procedere müssen Sie in der Regel nicht mehr als eine halbe Stunde ansetzen. Wir empfehlen Seglern, die in Cesme übernehmen, das nur 10 Seemeilen entfernte Chios Stadt anzulaufen, wo man unsere Flotte kennt und den Vorgang mit Routine und Freundlichkeit abwickelt. Von Bodrum aus sind Kos oder Kalymnos günstig gelegen.

Törnvorschläge
Verstehen Sie das folgende wirklich nur als Vorschlag. Suchen Sie sich aus, wozu Sie Lust und Laune haben, was Ihrer Art zu segeln am besten entspricht.
Wenn man nur eine Woche Zeit hat, wird man entweder nur den Bereich um Cesme erkunden, Karaburun und die Buchten und Häfen am Eingang des Izmir-Golfs aufsuchen oder nur die Nord- oder Südroute wählen. Ab zwei Wochen kann man eine Kombination aus dem gesamten Revier zusammenstellen – oder es auch ganz anders machen. Jedenfalls werden selbst viele Wochen Segeln in unserem Revier nicht ausreichen, um es auch nur einigermaßen erschöpfend zu erkunden.

1. Fahrten im Bereich der Halbinsel von Cesme (Horn/Hoop II, S. 22 ff) / ca. 100 bis 150 sm
Wenn man nur eine Woche Zeit hat und keine großen Strecken zurücklegen möchte, kann man das Revier um Cesme herum näher erkunden. Im Ildirgolf bieten sich mehrere Buchten und Häfen an. Achten Sie beim Einlaufen auf die Untiefen um das befeuerte Inselchen Alev Ada herum.

Golf von Ildir

Auf Karaada, der Eselsinsel schneiden drei Buchten tief ein, in denen man gegen die nördlichen Winde geschützt liegen kann. Die Insel ist von Wildschweinen und Eseln bewohnt, die meist in der mittleren Bucht am Ufer stehen und auf das Weißbrot scharf sind, das sie von den Ausflugsgästen der Gulets bekommen, die hier an einer kleinen Pier festmachen.
Weitere Liegemöglichkeiten findet man im Schutz von Inseln unterhalb des Burgbergs des antiken Erythrai, von dem wenig erhalten geblieben ist, das aber in der Antike eine bedeutende Rolle gespielt haben muß. Auch im Gerence Körfezi können Sie sich einige schöne und einsame Liegeplätze suchen.

Beim Nobelhotel Erythrai gibt es zwei ausgezeichnete Fischlokale (und einen Swimmingpool, falls Ihre Kinder das mal brauchen).
Drei Häfen bieten sich an: das kleine Ilica, die Nobelmarina Altin Yunus (Swimmingpool; vereinbaren Sie über Funk Kanal 16 einen Arbeitskanal und fragen Sie, ob ein Platz frei ist) und das wunderschöne, absolut sichere Dalyanköy. Dalyanköy wird zur Zeit zu einer Marina mit ca. 200 Liegeplätzen ausgebaut. Bisher gibt es jedoch noch keine Marinastrukturen. Wenn Sie einen Liegeplatz bei den Fischlokalen bekommen, sollten Sie mit Heckanker anlegen. Die Fischrestaurants sind die besten der ganzen Gegend, und die Leute kommen bis von Izmir, um hier zu speisen.

Von hier aus würde sich jetzt ein Abstecher nach Griechenland anbieten. Eigentlich müßten Sie in Chios einklarieren. Wenn man aber den wunderschönen und absolut sicheren Hafen Ormos Mandraki auf Oinousa anläuft, wird man in der Regel nicht überprüft. Mehr, als daß man Sie nach Chios weiterschickt, kann Ihnen nicht passieren. Eigentlich haben Schiffe mit Flaggen der EU das Recht, eine Nacht in einem griechischen Hafen ohne Einklarieren zu verbringen. Der Hafen von Mandraki ist ungemein schön und sicher; es gibt einige kleine Tavernen, aber leider auch laute Discos. Oinousa hält neben seinem Hafen noch einige hübsche Ankerbuchten für Sie bereit.

In Chios Stadthafen kommen Sie um das Einklarieren nicht herum. Es wird freundlich, aber korrekt abgewickelt. Wer vorzügliche traditionelle griechische Küche in gepflegter Atmosphäre liebt, ist in der Tavern Hotzas in der Altstadt am richtigen Platz.
Sehr hübsch sind auch die Häfen von Langada und Marmaro im Norden von Chios.
An der Westseite von Chios hat es uns in Limnia sehr gut gefallen, dem ruhigen und absolut sicheren Hafen des malerisch und eindrucksvoll am Berghang unterhalb eines gewaltigen genuesischen Kastells hingelagerten Volissos. Man ißt ausgezeichnet und preiswert in der Hafentaverne.

Chios ist unbedingt einen Layday wert!

Wegen der Nähe (7 sm) und der freundschaftlichen Beziehungen zu Cesme bietet sich Chios als Einklarierungshafen in Griechenland an. Die Insel wartet neben dem großen Fähr- und Stadthafen von Chios mit einergroßen Zahl hübscher Fischerhäfen und sauberer Buchten auf. Eine Besichtigung mit einem geliehenen Motorroller oder dem Jeep ist nicht nur wegen der einmaligen Mastixbäume (Kaugummi!) absolut lohnend.

Unsere Lieblingsbucht ist die von Emporio, kurz vor der Südspitze von Chios. Hier sollten Sie die hervorragenden Vorspeisen im Lokal Porto Emporio, dessen Ambiente und die freundliche Wirtin nicht versäumen.

Wieder zurück auf der türkischen Seite können Sie jetzt denn Weg nach Teos-Sigacik einschlagen. Auf dem Weg von Cesme/Chios nach Sigacik finden Sie einen Hafen und mehrere Ankerplätze.
Nach dem Kap erstreckt sich über mehrere Kilometer der Sandstrand von Altinkum (Goldstrand) vor dem man bei Nordlage tagsüber ankern kann. Bitte vorsichtig annähern, da einige Steine im Wasser liegen.
Der Hafen von Alacati ist mittlerweile fertig. Achten Sie beim Einlaufen auf die Flachwasserbereiche am westlichen Ufer und die vielen Surfer, die dieses bekannte Stehbrettrevier bevölkern. Leider liegt der Hafen (noch) relativ öde zwei Kilometer vom hübschen Ort entfernt, wo samstags ein großer Wochenmarkt mit Obst, Gemüse, Milchprodukten, Gewürzen und vielen anderen Köstlichkeiten in allen Farben lockt. 
Von hier bis Sigacik haben Sie etwa alle zwei bis drei Meilen eine Bucht. Zuerst der ausgedehnte Mersin Körfezi, dessen Ufer aber kahl und wenig einladend sind. Sehr viel hübscher und sicher ist Sarpdere/Zeytineli Liman mit seinen drei Ausbuchtungen, die bei allen Windrichtungen Schutz bieten.
Vor dem Kap liegt die tief eingeschnittene Bucht Kirkdilim Liman. In ihrem hinteren Winkel findet sich ein sicherer Liegeplatz. Während des letzten Kriegs sollen sich hier deutsche U-Boote versteckt haben.
Unmittelbar nach dem Kap öffnet sich die zweifingrige Bucht Gök Liman, wo man trotz mehrerer Fischzuchtanlagen angenehm und sicher liegen kann. Bei Horn/Hoop II sind noch zwei weitere Buchten beschrieben, in denen ich selber aber noch nicht war.
Unterhalb des Burghügels von Teos erstrecken sich die schönen Schwesterbuchten Teos und Malkaya Liman (auf Untiefen achten).
Bei der Ansteuerung von Sigacik selber runden Sie bitte das befeuerte Inselchen Esek mit gehörigem Respektsabstand. Sigacik besitzt einen kleinen Hafen mit marinaähnlichen Strukturen (s.o.) Im Dörfchen Sigacik finden sich einige kleine Lebensmittelläden und Restaurants. Am besten hat es uns aber im einfachen Pide Salonu auf dem kleinen, von einem Baum beschatteten Dorfplatz gefallen.

2. Die Nordroute Richtung Ayvalik (Horn/Hoop I, S. 22 ff) / ca. 160 – 190 sm
Hat man nur eine Woche Zeit, wird man sich „dranhalten„ müssen, um die Strecke zu schaffen. Stehen zwei Wochen zur Verfügung, kann man die Route um Abstecher in die Golfe von Izmir, Candirli und Edremit ergänzen.
Am ersten Tag wird man in der Regel nicht so früh loskommen, das Schiff erkunden und es etwas ruhiger angehen lassen. Als Ziel könnte deshalb eine der Buchten auf der Eselsinsel Karaada oder der Halbinsel Karaburun (Gerence Körfezi oder Egriliman) oder eine Bucht auf der griechischen Insel Oinousa oder die Häfen Ormos Mandraki (Oinousa), Langada (Chios) und Marmaro (Chios). Alle Häfen sind sehr hübsch gelegen und bieten beschauliche Tavernen. Die Segelstrecken liegen zwischen 10 und 20 Seemeilen. Über die meisten der genannten Liegeplätze wurde im Teil 1 einiges gesagt.

Am zweiten Tag sollte man bis in die Gegend von Foca kommen. Von Oinousa aus kann man die Halbinsel von Karaburun auch bei Meltemi in etwa anliegen. Man könnte an einer geschützten Stelle (z.B. vor dem Ort Karaburun) eine Mittagspause einlegen und dann den kurzen Schlag Richtung Foca machen. Hat man mehr Zeit, sollte man die wunderschönen Buchten und urigen Fischerhäfen des Izmir Körfezi nicht auslassen (vgl. 4.).

In Foca läuft man Liegeplätze entweder in einer der vielen Buchten an, die durch die vorgelagerten Inseln Schutz gewähren, oder den Stadthafen des hübschen Foca selbst. Im großen Südbecken im Schutze des alten genuesischen Kastells findet sich in der Regel ein Liegeplatz an einer Mooring. Es werden erste Marinaansätze geboten, insbesondere Strom und Wasser. Sollte alles belegt sein, kann man frei im Hafen ankern. Es gibt jede Menge Restaurants im Nordhafen und zu Füßen der Festung. Beeindruckt hat uns die kleine Fischhalle im Nordhafen und insbesondere der wieselflinke Fischausnehmer und –schupper, der auch unsere Brassen kochfertig gemacht hat.

Am dritten Tag wäre mein Ziel Bademli – und zwar der wunderschöne Liegeplatz zwischen der Insel Kalem und dem Festland (B bei Horn/Hoop I, S. 140 ff) mit seinem schneeweißen Sandgrund, den bewaldeten Ufern und den heißen Quellen. Es gibt keine Versorgungsmöglichkeiten. Nach Aussage eines Kunden kann man unter äußerster Vorsicht in das verlandete Becken des Hafens von Bademli einlaufen und findet dann auf drei Meter Wasser einen Liegeplatz bei einer Fischerkneipe.
Als Alternativen böten sich Candirli oder Dikili an, wenn man Häfen bevorzugt. Den Candirli Körfezi, in dem einige schöne Häfen und Buchten auf die Segler warten, kann man besuchen, wenn man etwas mehr Zeit hat.
Spätestens am Mittwoch sollte man dann den Archipel von Ayvalik erreicht haben, sich je nach Geschmack in eine der unzähligen Buchten legen oder den kleinen Hafen von Alibey oder die ausgebaute Marina von Ayvalik anlaufen. 
Ayvalik...ein Traumarchipel
Der Archipel ist wunderschön – und der abendliche Blick, den wir von der Turmruine auf Madenada über das Insel- und Buchtengewirr hatten, war atemberaubend und entschädigte für die von der Macchia zerkratzten Beine. Eigentlich reicht ein Tag überhaupt nicht für diesen Segelhöhepunkt!

Donnerstag wäre mein Liegeplatz in der Bucht Agias Ermogenis in der Einfahrt zum Kolpos Geras auf Lesbos . In der Taverne unter den Eukalyptusbäumen ißt man übrigens ganz ausgezeichnet.

Mytilini ist der schon in der antike berühmte, wunderschöne Hauptort der Insel LesbosMytilini auf Lesbos
Die lebendige Stadt mit all ihren Vergnügungsangeboten steht in spannendem Gegensatz zur idyllischen Insel mit ihren  Buchten und tiefen Meereseinschnitten.
 
 
 
 
 

Am Freitag muß man sich beizeiten aufmachen, denn nach Cesme sind es immerhin ca. 42 sm – bei den vorherrschenden Windlagen kein Problem. Eventuell kann man sich seinen Törnplan etwas anders einrichten und nach Nord einen Tag einsparen; dann könnte man natürlich schon am Donnerstag wieder im Bereich der Chiosstraße sein und am Freitag gemütlich Richtung Cesme bummeln und dabei die eine oder andere der vielen Buchten aufsuchen.

3. Die Südroute Richtung Kusadasi (Horn/Hoop II, S. 35 ff) ca. 150 – 180 sm
Von Cesme nach Kusadasi sind es direkt 70 sm; mit dem in der Regel günstigen Wind wäre man also in 10 – 12 Stunden da. Aber für uns Segler gilt wie für Bergsteiger, daß der Weg das Ziel ist. Ich würde einen Abstecher nach Sigacik (s.o.) machen und dabei unterwegs eine der unter 1. beschriebenen Buchten anlaufen.

Wenn Sie von Sigacik weiter nach Kusadasi gehen, sollten Sie es keinesfalls versäumen, die unmittelbar am Ausgangskap des Sigacik Körfezi gelegene Bucht Doganbey aufzusuchen. Neben einem Sandstrand am Ufer bietet diese Bucht zwei heiße Quellen im Meer, wobei das bei Horn/Hoop nicht eingezeichnete Becken an der Nordostseite des Inselchens Bölme sehr beeindruckend ist. Man kann hier sogar in eine kleine Grotte hineingehen! Diese Bucht könnte übrigens auch Ihr Nachtliegeplatz sein, wenn Sie nicht bis nach Sigacik hineinlaufen wollen.

Sehr gut gefallen hat uns auch die Ankerbucht Cam Limani, die bei normaler Windlage ebenfalls als Nachtliegeplatz geeignet ist.Cam Liman ist eine reizende Ankerbucht, in der man gut übernachten kann, auf halbem Weg zwischen Sigacik und Kusadasi
 

Kusadasi (Kus Adasi = Vogelinsel) hat eine der größten Marinas der Türkei (Swimmingpool!) mit allem, was des Seglers Herz begehrt. Hier findet sich auch eine der beiden Tankstellen unseres Reviers, wo man mit der Yacht direkt tanken kann (daneben noch Altin Yunus).

Kusadasi ist eine der Touristenmetropolen der Türkei. Fast täglich legen Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt an. Von hier aus ist das antike Ephesos nur wenige Kilometer entfernt. Es gehört sicher zu den beeindruckendsten und besterhaltenen antiken Stätten, und Sie sollten einen Besuch dort keinesfalls versäumen. 

Von Kusadasi aus ist natürlich ein Besuch in Samos angesagt (Horn/Hoop II, S. 182 ff). Das Einklarieren in Samos Stadt (Vathy) bereitete keine Probleme, während einige unserer Kunden von solchen in Pythagoreion berichteten, das viel malerischer ist, als Vathy.
Beachten Sie bitte, daß bei starkem Meltemi auf der Südseite von Samos (und vor allem auch Ikaria!!) enorme Fallböen auftreten können.
Wenn man nur eine Woche Zeit hat, muß man jetzt die Rückreise antreten.
Auch bei Meltemi kann man Kap Doganbey ungefähr anliegen. Sollte man noch weiter nach Sigacik wollen, bläst einem der Sommerwind direkt ins Gesicht. Die wenigen Meilen kann man aber gut aufkreuzen oder motoren, weil sich im Sigacik Körfezi keine hohe Welle aufbaut.
Von Sigacik nach draußen gehend hat man Halbwind- und raume Kurse – so richtig für den Blister. 
An der Halbinsel von Cesme entlang geht’s dann am Wind, meist mit kräftigen Böen, die vom Land her beschleunigt werden. Weil man aber im Leeschutz der Halbinsel segelt, hält sich die Welle in Grenzen.
Als Übernachtungsmöglichkeit bietet sich eine der weiter oben beschriebenen Buchten an der türkischen Küste oder unsere Lieblingsbucht Emporio auf Chios an (s.o.).

4. Der Izmir Körfezi (Horn/Hoop I, S. 148 ff) ca. 120 sm bis Urla und zurück
Man wird diese Ecke unseres Reviers besuchen, wenn man nur eine Woche zur Verfügung hat, oder im Verlauf eines Törns nach Norden, bei dem zwei Wochen zur Verfügung stehen. Verwenden Sie bitte unbedingt die Karte D 1083 zur Navigation!
Im Vordergrund stehen die urigen Fischerhäfen an der Halbinsel Karaburun: Yeniliman, Karaburun, Kaynarpinar, Mordogan, Urla Iskelesi. In diesen Häfen findet man Beschaulichkeit, gute Fischertavernen, eine schöne Umgebung mit blitzsauberem Wasser. Bei Ausflügen in die Umgebung wollen die Bürgermeisterämter behilflich sein.
Dies alles gilt auch für die zahlreichen Buchten des Gülbahce Körfezi (= Rosengartengolf) und der Urla vorgelagerten Inselgruppe Cicek Adalari. Von Urla Iskelesi, einem gastlichen und originellen Fischerhafen, ist man mit Bus oder Dolmus in kurzer Zeit in Izmir. Mit dem Boot sollte man in diesen Großhafen nicht unbedingt hineinfahren, obwohl es auch in Izmir einige Marinas gibt.

5. Marmarameer und Istanbul (Horn/Hoop I, S. 33 ff) ca. 250 sm bis Istanbul
Für einen Törn ins Marmarameer und nach Istanbul muß gegen einen geringfügigen Aufpreis das Fahrgebiet unserer Versicherung erweitert werden. Bedenken Sie bitte, daß die Strecke Cesme – Istanbul schon einfach ca. 250 sm beträgt und planen Sie entsprechende Zeit ein! In Istanbul gibt es mehrere moderne Marinas (Ataköy, Kalamis und Fenerbahce Marina) und eine Vielzahl anderer Liegeplätze. Befahrensgrenze für unsere Schiffe ist die Linie zwischen den Leuchttürmen von Rumelifeneri und Anadolufeneri, also der Ausgang des Bosporus ins Schwarze Meer.



Gerne nehmen wir Ihre eigenen Eindrücke und Entdeckungen hier auf - bitte senden Sie uns nach Ihrem Törn einfach eine mail und/oder Bilder.

 
Quelle: Franken & Meer,  Vercharterer in Cesme, Text überarbeitet von  Hans-J.Steiner
Alle Angaben nach bestem Wissen ohne Gewähr
 
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