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Marmaris Kusadasi Segeln Charteryacht Segelyacht Flexen Hex´n Feeling 416
Revierbericht Reisebericht Törnbericht

Ginsheim, den 06.09.01

Ein Segeltörn an der türkischen Südwestküste
mit der Flexen Hex'n von Marmaris nach Kusadasi

von Skipper Dr.Wolfgang Reppin (email    repbeck@t-online.de)
Christina - ohne geht der Skipper nicht an Bord! Wolfgang, der Skipper

 
Endlich war es mal wieder so weit! Zum zweiten mal hatten wir die Flexen Hex'n gechartert und uns in Absprache mit Hans Steiner, dem Eigner und Buchtenbummler auf einen one-way-Törn von Marmaris nach Kusadasi vorbereitet. Waren wir im vergangenen Jahr nach Süden abgelaufen und über Rhodos zurück nach Marmaris gesegelt, sollte es diesmal nach Norden gehen. Das bedeutet im Sommer häufig Winde direkt auf die Nase, wie wir schon vom ausführlichen Studium der Revierinformationen auf holidaysailing.de wußten
. Da wir mit dem Boot vom Törn im letzten Jahr noch gut vertraut waren, scheute uns auch als kleine Crew (2 Erwachsene und eine 13 jährige, die noch nie gesegelt war) diese Herausforderung nicht.
Ohne die Flexen Hex´n geht´s auch nicht!

Und wie erwartet traf uns der Meltemi in erwarteter Stärke. Mittags blies es regelmäßig mit 5 - 6 Beaufort von vorn. Da das Reffen bei der Flexen Hex'n problemlos ist (Rollgenua und Rollgroß), war die notwendige Vorarbeit stets schnell und ohne Risiko vom Cockpit aus getan. Unsere Leichtmatrosin Saskia avancierte im Nu zur Bootsfrau und wusste sehr schnell, was beim Reffen und Wenden zu tun war. Unter Reff lief das Boot bei gut zu ertragender Lage ungefähr 7 Knoten. Unsere maximale Geschwindigkeit maßen wir mit über 8 Knoten, wobei wir zur Schonung des Materials und zur Vermeidung aller Risiken nicht alle Möglichkeiten des Bootes voll ausschöpften. Die Flexen Hex'n ist gewiss keine Rennyacht, das ist aufgrund des Doppelkiel mit Schwert und Doppelruderblatt nicht zu erwarten. Diese Konstruktion ist wattenmeertauglich zum trocken fallen!

Die berühmten Fallwinde erwischten uns erstmals in der Bucht von Knidos. Zwei Anker waren notwendig, wobei sich der Reserve-Stockanker als sehr handlich und wirkungsvoll erwies. Zur Vermeidung von Berührungsängsten, ergab es sich schließlich, dass wir mit einem Engländer, der gut gelaunt seinen Anker fast auf unserem Kartentisch fallen ließ, im Päckchen lagen.
 
 
 
 
 

Der Gökova Körfezi ist an sich ein lohnendes Segelrevier mit vielen kleinen Buchten. Wir besuchten einige davon, mussten aber weiter nach Bodrum, um unsereVorräte zu ergänzen. Hatten wir uns in Marmaris zu knapp versorgt - oder zu viel gegessen und getrunken?
der große Frühstückstisch-die Tischdecke haben wir vergessen
Da wir fast ausschließlich in Buchten ankerten und dort in romantischer Weise grillten, war das Einkaufen manchmal direkt beim Produzenten nötig: Fisch fangfrisch vom Fischerboot.
Grillen am Strand-schön romantisch aber auch gefährlich: Waldbrandgefahr!

Wir liefen samstags im Yachthafen von Bodrum ein und erlebten die erste Überraschung: es gab keine Liegeplätze mehr in der Marina, da am Wochenende wegen Crewwechsel die Liegeplätze belegt waren. Also gingen wir südlich vor der Kreuzritterburg zwischen unzähligen anderen Yachten und Güllets vor Anker. So schön Bodrum auch sein mag, abends wird die gesamte Bucht zur lauten Arena der verschiedensten Discos, die z.T. mit Laserstrahlern die Bucht illuminieren.Ankern vor der Festung von Bodrum

Nach Zwischenstopp in Gümüslük, einer empfehlenswerten Bucht, ging es weiter in den Güllück Körfezi. Hier hatten wir die Kazikli Bucht erwählt. Nur unter Genua ging es mit achterlichen Winden in diese fjordähnliche Bucht. Wir ankerten in der flachen Bucht von Kazikli Iskele mit angehobenem Schwert auf nur zwei Meter Wassertiefe. Die notwendige Landleine wurde an einem alten Wrack festgemacht, so dass wir in Ruhe den Fischern zusehen konnten, die hier in kleinen Hütten am Wasser leben und Fischzuchtanlagen betreiben. Auch bei der geringen Wassertiefe mussten wir wegen der Fallwinde fast die gesamte Kette strecken! Die Faustregel Ankern mit dreifacher Kettenlänge der Wassertiefe gilt hier nicht!

Die nächste Überraschung auf unserem Törn war der geplante Besuch von Pharmakonisi, der griechischen Insel, auf der Caesar in frühen Jahren gefangen gehalten worden sein soll. 1993 waren wir bereits einmal auf dieser unbewohnten Insel, die uns damals recht abenteuerlich anmutete mit ihren wenigen zerfallenen Häusern. Doch diesmal war alles anders: ein Geländewagen mit drei bewaffneten griechischen Soldaten erschien in der kleinen Ankerbucht und erklärte, dass die ganze Insel militärisches Sperrgebiet sei! Auf unseren Karten (Stand Feb. 2001) und in den üblichen Törnplanern war ein militärisches Sperrgebiet nicht verzeichnet. Freundlich aber bestimmt - mit Gewehr im Anschlag - wurden wir zum Verlassen der griechischen Gewässer genötigt. Als Notanlaufbucht bot sich nur Cukurcuk Limani an, eine sonst nicht unbedingt zu empfehlende Bucht.Delphine ganz  nah am Boot!

Weiter nach Norden ging's schließlich nach St. Paul bzw. St. Nikolo. Wir bevorzugten St. Nikolo, da nach dem Küstenführer die nördliche Bucht (St. Paul) vom Militär besetzt sein sollte. Wir fanden allerdings an dieser Stelle überhaupt kein Militär, so dass man auch die nördliche Bucht hätte nutzen können. Auch hier mussten wir mit zwei Ankern die Flexen Hex'n sichern. Die Bucht ist nicht sehr groß, und da sich noch andere Yachten hier aufhielten, hieß es Abstand halten. Die nächtliche Änderung der Windrichtung muß hier berücksichtigt werden, damit eine evtl. ausgebrachte Landleine nicht zum Hemmnis wird. Wir bevorzugten daher - wie andere - zu schwojen, wobei die Nacht sehr unruhig wurde (Fallwinde gemessen mit bis zu 8 Beaufort!).
Blick auf Kusadasi - die Vogelinsel
Ein seglerisch schöner Abschluss war schließlich das Kreuzen durch die Strasse von Samos. Um den Motor anzuwerfen waren wir zu stolz! Der Hafen von Kusadasi empfing uns mit allen Annehmlichkeiten, so dass die Schlafstörungen durch lästige Fallwinde schnell vergessen waren. Allerdings empfing uns an Land auch die Hitze des Sommers, so dass wir überlegten, das nächste mal in der Vor- oder Nachsaison zu chartern.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Von Kusadasi aus ist es nah nach Ephesus-hier die berühmte Bibliothek,deren Fassadenrestaurierung von einer österreichischen Firma finanziert wurde

C W.Repbeck


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